Kapitalismus

Kapitalismus ist die momentan vorherrschende Gesellschaftsordnung in unserer Welt. Ein Synonym für Kapitalismus ist der Begriff Warengesellschaft. Grundlage für diese Gesellschaftsordnung ist das Privateigentum und insbesondere der Besitz der Produktionsmittel von einigen wenigen.

 

Die Wall Street ist mit dem Sitz der New Yorker Börse zum Sinnbild des modernen Kapitalismus geworden

Die Wall Street ist als Sitz der New Yorker Börse zum Sinnbild des modernen Kapitalismus geworden

Kapitalismus ist einerseits eine Wirtschaftsform, das heißt eine Beschreibung dafür, wie die Ökonomie in unserer Gesellschaft funktioniert. Darüber hinausgehend wird Kapitalismus auch als eine Herrschaftsform definiert. Hier wird das Augenmerk nicht nur auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge, sondern auch auf größere gesellschaftliche Strukturen, gelegt. Es wäre insbesondere die Strukturen von Herrschaft in der Gesellschaft zu nennen.

Charakteristisch für den Kapitalismus ist, dass die Arbeitnehmer in großer Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber sind. Der Arbeitgeber verfügt über Kapital. Damit baut er ein Unternehmen auf. Er bezahlt seine Lohnarbeiter für die Arbeit in seinem Unternehmen und erwirtschaftet mit deren Arbeit Gewinn. Diesen Gewinn nutzt er, um sein Unternehmen zu vergrößern. Das Streben nach Gewinn und Wachstum ist eines der Hauptkennzeichen der kapitalistischen Ordnung. Da die Arbeitnehmer nicht über eigenes Kapital verfügen, aber trotzdem für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, befinden sie sich oft in lebenslanger Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Im Kapitalismus werden die Beziehungen der Menschen untereinander also durch Haben oder Nichthaben von Kapital definiert.
Der Ursprung des Kapitalismus findet sich in Mesopotamien. Das erste Mal in der Geschichte der Menschheit werden mehr Güter produziert, als der Hersteller und seine nächste Familie und Freunde brauchten. Die Tauschwirtschaft entstand. Im 17. Jahrhundert erhielt der Markt dann einen besonderen Stellenwert. Der Anfang der Industrialisierung brachte viele technische Neuerungen mit sich. Nun war es möglich, Waren massenhaft herzustellen. Güter werden nicht mehr für den Eigenbedarf, sondern für den Markt produziert. Für den Produzenten war dabei also nicht mehr entscheidend, was er braucht und tauschen kann, sondern was auf dem Markt viel Geld bringt. Konsum und Produktion der Ware werden vom Markt gesteuert. Güter werden zu Waren. Nicht mehr die menschlichen Bedürfnisse sind entscheidend, wenn etwas produziert wird, sondern der Stellenwert des Produktes auf dem Markt. Kapitalismus ist eine europäische Erfindung, wurde aber im Zuge des Imperialismus in den Rest der Welt exportiert und ist somit heute das herrschende Wirschafts- und Gesellschaftssystem. Der Imperialismus verursachte daher zum Beispiel die Bildung von internationalen monopolistischen Kapitalistenverbänden, welche die Welt unter sich aufteilen

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